Minimalismus,  Tipps

Alles muss weg – Ausmisten

Damaris
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Dezember 2019 – Februar 2020

Minimalismus – Ausmisten – Alles muss weg

 

Nachdem ich die Kündigung der Wohnung eingeworfen hatte, machte ich mir erstmal einen Plan, wo ich mit Ausmisten anfangen werde, und vor allem, welche Möglichkeiten außer „alles weggeben“ es eventuell noch gibt.

Ich ordnete in 5 Kategorien:

  1. Weggeben (Verkaufen/Verschenken)
  2. Nimmt mein Sohn
  3. Für meine Tochter
  4. Kommt in den Van
  5. Für die Lagerbox

 

Das Problem war in zwei kleinen Zimmern Platz für fünf Stapel zu finden, wenn doch noch alles vollsteht. Da half mir mein Organisationstalent sehr, denn sonst hätte ich nur von links nach rechts geräumt. Ganz ehrlich, eine Weile tat ich das auch.
Das dritte große Zimmer bewohnte noch mein Sohn, die Küche konnte ich auch nicht vollstellen und der Flur schmal.

 

Zuerst mussten auf jeden Fall die großen Möbel weg, die ich eh nicht behalten wollte. Meine Tochter hatte bei ihrem Umzug schon einiges mitgenommen, was mir das Misten sehr erleichterte. Ihre übrigen Sachen landeten auf Stapel 3.

Weg mussten z.B. mein Bett, Schränke und Regale. Mein Schreibtisch und der Schreibtischstuhl durften bis zur letzten Woche bleiben, ansonsten schlief ich auf der Gästematratze auf dem Boden und lebte aus meinen Kisten – ein erstes Herantasten an das Leben im Van 😀

Platz war geschaffen und Kartons vorhanden!

 

Ich machte Bilder, stellte sie mit Beschreibung auf diversen Portalen ein – das fraß dermaßen viel Zeit und ich war viel mit der Kommunikation beschäftigt – so konnte das nicht funktionieren. Vor allem wurde es gefühlt nicht weniger und da war noch soooo viel zu tun. Ein vollgefüllter Keller wartete auch noch auf mich.

 

In der Zwischenzeit hatte ich großes Glück einen Vermieter von Lagerboxen im Nachbarort gefunden zu haben. Meine Recherche ergab nämlich, dass es die nur in größeren Städten oder weitab von mir gab. Ich war überglücklich auch noch eine kleine abbekommen zu können, die vollkommen ausgekleidet und vorbereitet war, sodass ich im Februar anfangen konnte sie zu befüllen. Dennoch musste ich sehr genau überlegen was da alles reinkommen darf, denn sie ist nur 1x2m groß.

 

So fing ich an die meisten Dinge zu verschenken – plötzlich ging eines nach dem anderen weg. Gut, dachte ich, es ist wie immer, Geld zahlen mag keiner, dann verschenke ich eben. Ich befüllte Flohmarktkisten, Kofferräume und hoffentlich viele Herzen. Letztendlich waren es nicht mehr viele Dinge, die ich zum Sperrmüll stellte.

 

Von den Küchenutensilien nahm das meiste mein Sohn mit. Die besten Klamotten, kamen in die Box, die Weihnachtsdeko landete ebenfalls dort. Endlich bekam ich auch Struktur in meinen Van, da ich die Kisten befüllen konnte.

 

Und dann stand auch schon der Umzug meines Sohnes an. Alles, was danach liegen blieb landete in Sonder-Restmüll- und Gelben Säcken. Übrigens, falls ihr sowas jemals auch vorhabt, fangt rechtzeitig mit Wegschmeißen an, denn die zusätzlichen Restmüllsäcke (da passt zwar gut was rein und sie sind stabil) kosten richtig viel Geld – stadtabhängig, aber Landau ist immer etwas teurer 😉

 

Die Wohnung war leer – alles weg – mein gesamter Besitz im Van und in der Lagerbox (wobei hier die Hälfte sicher meiner Tochter gehört). Erstmal ein seltsames Gefühl, aber mit der Zeit merkte ich, dass ich immer noch etliches entbehren kann. So fahre ich seit März mit einer Kiste voller Kissen herum, ohne sie zu benutzen.

Kann jemand Kissen brauchen?

 

Wenn ich auf der Straße unterwegs bin, denke ich manchmal:

Wenn jetzt was passiert, steckt alles was ich habe im Van.
Das macht ein komisches Gefühl.
Aber im Alltag habe ich kurze Wege, alles (muss) an seinem Platz liegen. Ich muss nicht mehr nach Dingen suchen. Alles ist griffbereit.

 

Der Minimalismus ist unglaublich wohltuend.

 

Ich habe noch nie viele Klamotten und Schuhe besessen – ist einfach nicht mein Ding, und nun kombiniere ich ganz schnell und unkompliziert. Wechsle das Oberteil und schon steht da eine stadtfähige Damaris.

Da ich sehr auf unsere Umwelt achte, das wertschätzende Miteinander und die Nachhaltigkeit bedacht bin, nutze ich in den meisten Bereichen meines Lebens biologisch abbaubare Mittel und setze Vorhandenes oft atypisch ein.

Was ich zur Hygiene, zum Waschen, Körperpflege nutze und welche Tools mir das Leben leichter machen, beschreibe ich in einem der nächsten Artikel.

 

Seit 2020 lebe, reise und arbeite ich mit meiner Hündin in einem umgebauten Rettungswagen. Manchmal ist es eine echte Herausforderung, oft sehr kuschelig und abwechselnd und immer mitten in der Natur. Mit 55 Jahren habe ich einen relativ sicheren Job aufgegeben um meine beiden Lieblingsstandbeine (beruflich) online zu vereinen. Das klappte so gut, dass ich 3 Jahre später meine Wohnung aufgeben und seitdem einen wohltuenden Minimalismus leben kann.

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